Westküste 1992

Eine kleine Statistik:
Reiseziel:
Westküste
Reisedatum:
19.7.1992 - 9.8.1992
besuchte Bundesstaaten:
Kalifornien, Nevada, Arizona, Utah, Wyoming, Idaho
Sehenswürdigkeiten:
Los Angeles, Sequoia Ntl. Park, Yosemite Ntl. Park, Death Valley, Las Vegas, Hoover Damm, Grand Canyon Ntl. Park, Canyon de Chelly, Monument Valley Ntl. Park, Lake Powell, Zion Ntl. Park, Bryce Canyon Ntl. Park, Salt Lake City, Yellowstone Ntl. Park, Reno, Sonoma Valley, San Francisco, Monterey, Big Sur, Highway No. 1
gefahrene km:
ca. 7000
Wertung:
best of the west

Die Reiseroute:


Der Reisebericht:

Ankunft Los Angeles - Sequoia Ntl. Park - Yosemite Ntl. Park - Death Valley/Las Vegas - Hoover Damm/Grand Canyon - Navajo Reservat - Monument Valley/Lake Powell - Zion Ntl. Park - Bryce Canyon/SLC - Wyoming - Yellowstone Ntl. Park - Nevada/Reno - Sonoma Valley - San Francisco - Monterey - Big Sur - San Luis Obispo - Ventura - Abflug Los Angeles
1. Tag: 19.7.1992 - Ankunft Los Angeles.
Der Flug war wieder einmal das anstrengendste an diesem Tag; 10 Stunden in einem heißen Flugzeug sind nun wirklich nicht die Erfüllung. Allerdings es sollte noch schlimmer kommen. Die US-amerikanische Einwanderungsbehörde hat uns den letzten Nerv gekostet. Die ganze Einwanderungsprozedur hat gut und gerne ein volle Stunde gedauert. Dafür ging es im Anschluss bei der Gepäcksabholung flott. Nachdem wir den Flughafen hinter uns gelassen haben, haben wir unser Auto abgeholt, was eine positive Überraschung war, ob der Größe des Wagens. Wir bekamen bei AVIS einen wirklich großen komfortablen Buick. Erstes Problem: wie startet man das Ding und wie funktioniert wohl diese eigenartige Automatik. Dank gemeinsamer Anstrengung ist es uns schließlich doch gelungen den Wagen in Gang zu setzen. Die Nacht in L.A. war sehr schwül (lag vermutlich am gewählten Hochsommertermin). Wie wir erst nächsten Tag erfahren sollten, war in dieser Nacht auch noch ein Erdbeben, von dem wir aber überhaupt nichts mitbekommen haben.

2. Tag: 20.7.1992 - L.A. - Sequoia National Park - Fresno
Noch von einem Jetlag geprägt waren wir natürlich bereits frühmorgens wach. Nach der Beseitigung des morgendlichen Chaos und der Beladung unseres KFZ versuchten wir die Stadt der Engel zu verlassen. Dies gelang uns nicht gleich auf Anhieb und so mussten wir erstmals auf einer Tankstelle nachfragen, wo es hier auf den Freeway geht. Der Mann von der Tankstelle war auch sehr freundlich und hat uns den Weg bestens beschrieben, sodass wir auch alsbald den Freeway fanden. In einem Wendy's Rest haben wir erstmal ausgiebig gefrühstückt bevor es dann über Bakersfield weiter ging zu unserem heutigen Tagesziel - dem Sequoia National Park. Dort angekommen erstanden wir einen Golden Eagle Passport, der uns für die noch kommenden Nationalparks den Eintritt ersparen sollte. Gleich am Parkeingang muss man sich dann über eine etwas anstrengende Bergstraße quälen mit sehr vielen Serpentinen. Doch die Anstrengungen werden belohnt, denn die Bäume wurden bereits während der Fahrt ins Gebirge immer größer und beeindruckender. Ein kleines Mittagessen kauften wir uns in einem Shop in der Nähe des Visitor Centers. Ein Fixpunkt des heutigen Tages sollte noch der Sherman Tree sein - eine beeindruckende Masse an Holz, die sich da vor einem aufstellt. Nicht nur dass diese Bäume sehr groß waren, sie werden auch ziemlich alt undso haben die meisten dieser Riesen mehrere hundert Jahre auf dem Buckel. Es folgte eine kleine aber feine Wanderung durch den Park bevor wir unsere Reise wieder fortsetzten. Im Zuge des Nachmittags fuhren wir den Berg wieder auf der anderen Seite hinunter und Richtung Fresno (der ersten größeren Stadt). Am Ortsrand versorgten wir uns ausgiebig mit Proviant in einem Food Maxx. Dort erstanden wir auch unseren neuen Liebling - eine Honigmelone, die uns die ganze Reise lang begleiten sollte. Da es zeitlich noch nicht so spät war, beschlossen wir gleich weiterzufahren Richtung Yosemite National Park. In Oakhurst (unweit des Parkeinganges) fanden wir dann ein nettes Quartier, wo wir den Abend mit unseren frisch eingekauften Lebensmitteln und einigen Dosen Budweiser Bieres beschlossen.

3. Tag: 21.7.1992 - Yosemite Ntl. Park - Bishop
Heute sind wir schon wieder bald auf den Beinen (Nachwirkungen des Jetlag). Erste Aktion: gemeinsamen suchen der Linse von Max, die er gestern offensichtlich im Suff verschmissen hat - glücklicherweise unversehrt gefunden. Nach einem guten Frühstück bei einer sehr netten Frau in einem Bakery Shop in Oakhurst fuhren wir los. Heutiger Tagesordnungspunkt: Yosemite Ntl. Park. Die Zufahrt zum Park zieht sich zwar etwas hin, dafür wird man mit einer tollen Aussicht am Tunnel View für alles entschädigt. Man hat einen tollenBlick in das Valley und ein Stopp zum fotografieren oder filmen ist ein absolutes Muss. Weiter im Valley begeistern uns die Yosemite und Pridalvail Falls und auch einen Coyoten bekommen wir zu Gesicht. Vom Visitor Center aus machten wir einen gemütlichen Spaziergang zum Mirror Lake, der sich aufgrund der anhaltenden Hitze zum "disappearing lake" verwandelt hatte, denn es war nicht mehr sehr viel Wasser drin. Beim Rückweg lästerten wir über die fülligen Amerikaner, die sich auch auf dem Weg zum See befanden. Unsere Fahrt durch den National Park ging weiter Richtung Tioga Pass. Die Fahrt zum Tioga Pass ist landschaftlich auch sehr beeindruckend. Mehrmals blieben wir stehen um zu fotografieren, zu filmen oder uns einfach nur die Gegend anzuschauen. In einem kleinen Bergsee kurz vor der Passhöhe haben wir nochmals unsere Zehen gekühlt (mehr wäre bei dem wirklich kalten Wasser auch nicht gegangen). Wir trafen eine Deutsche samt Kind und haben erste Reiseerfahrungen ausgetauscht. Nach der Passhöhe und einer kurzen Beratung entschieden wir uns gleich bis Bishop weiter zu fahren, welches sich inmitten eines trockenen Hochtales befindet und landschaftlich im krassen Gegenteil des sehr grünen Yosemite Valley steht. Beim erstbesten Motel bekamen wir auch gleich das beste und größte Zimmer und frequentierten den moteleigenen Swimming-Pool. Abends packte uns der Hunger und Sonja hatte ein Sizzler's Restaurant ausgemacht, welches wir nun stürmten. Bereits bei der Bestellung gab es die ersten Troubles weil Max unbedingt einen "Almdudler" haben wollte - leider in den USA unbekannt. Als wir mit unseren Tabletts um die Ecke des Speiseraumes bogen folgte eine Überraschung. Wir trafen dort zwei Schulkolleginnen von Sonja und mir - natürlich war das Hallo ziemlich groß aufgrund des unfassbaren Zufalls, dass wir uns zur gleichen Zeit im selben Ort im selben Restaurant trafen. Nachdem unseren primären Bedürfnisse befriedigt waren und der Abend einkehrte, wurde auch dieser Abend mit ein paar Buds abgerundet.

4. Tag: 22.7.1992 - Death Valley - Las Vegas
Heute waren wir bereits wieder um 7:00 Uhr aus den Federn, denn es stand eine größere Tour vor uns. Das Frühstück nahmen wir in einer sehr empfehlenswerten Danish Bakery gleich neben unserem Motel ein. Doch nach dieser Stärkung hielt uns nichts mehr und wir brausten los Richtung Death Valley. Man merkte mit jeder Meile, die wir uns dem Ziel näherten, dass die Gegend immer wüstenähnlicher wurde und die zunehmenden Temperaturen verstärkten diesen Eindruck. Immer wieder hielten wir kurz mal an um die Szenerien zu fotografieren und zu filmen. Dank der gewählten Abfahrtszeit erreichten wir exakt zur heißesten Mittagszeit Death Valley, besuchten in einer Affenhitze den Zabriski Point und brühteten vor uns hin am Bad Water. Am Bad Water befindet man sich übrigens am tiefesten Punkt von Amerika, der exakt 86 m unter Meeresniveau liegt (glücklicherweise ohne Wasser). Von nun an ging es mit uns bergauf - dank unserer 1 A Klimaanlage war die Fahrt selbst ziemlich erträglich, nur unser Auto tat uns schon etwas leid. Schnurstracks lenkten wir unserem heutigen Tagesziel entgegen - Las Vegas. Dort angekommen hat sich Bernhard gleich mal verkehrstechnisch so verfranst, dass er mit dem Wagen bei einem Casinoeingang hineinfahren wollte. Aus dieser misslichen Lage konnten wir uns erst befreien, als er wieder bei umgeschalteter Fußgängerampel auf die Straße einfuhr. Wir hatten ziemlich viel Spass dabei. Im Hotel waren wir ob des geringen Übernachtungsentgeltes erstaunt, dass im "Dunes" verlangt wurde - vielleicht lag es auch daran, dass ein Jahr später dieses Hotel gesprengt wurde. Jedenfalls haben wir für das Zimmer nur $ 25 bezahlt, was wir recht anständig von den Hotelbesitzern fanden. Nach dem Bezug der Zimmer und einigen körperhygienischen Aktivitäten meldete sich auch schon der Magen. So folgten wir unserer ortskundigen Führerin Sonja ins Flamingo Hilton, wo wir uns in die lange Reihe der vor dem Buffet Wartenden einreihten. Endlich an der Reihe fiel uns die Auswahl angesichts des Überflusses der dargebrachten Speisen wirklich schwer, doch auch diese Hürde sollten wir meistern. Übervoll vom vielen Essen war nun ein Verdauungsspaziergang genau das Mittel der Wahl. In den restlichen Stunden besuchten wir etliche Hotels, staunten über viel Kitsch und Klamauk, fuhren mit dem Wagen eine Runde über den nächtlichen Strip und waren auch sonst ziemlich begeistert von Las Vegas. Natürlich haben wir auch etwas gespielt, doch als mein persönliches Spiellimit von $ 5 verprasst war, ließ ich die Finger vom zocken. Den gewohnten Tagesabschluss setzten wir wiederum mit einem Bud für die Nacht.

5. Tag: 23.7.1992 - Hoover Damm - Grand Canyon National Park
Trotz des späten Zeitpunktes zudem wir ins Bett gekommen waren, standen wir bereits um 7:15 Uhr auf. Die Sachen ins Auto und schon ging's wieder weiter. In Boulder City, das ist die nächste nennenswerte Stadt auf dem Weg zu Hoover Dam, genehmigten wir uns erstmal ein gutes Frühstück. Wir sollten dieses heute noch zu schätzen lernen. Punkt 1 auf der Tagesordnung: Hoover Dam - dieses recht imposante Kraftwerk mit der ziemlich hohen Staumauer trennt die Bundesstaaten Nevada und Arizona. Nach einer kurzen Besichtigung geht es weiter. Es folgte eine längere Autofahrt zum Grand Canyon, doch diese zahlt sich aus. Sehr interessant finde ich, dass der Grand Canyon zwar einRiesenloch in der Landschaft ist, man ihn allerdings erst auf den letzen Metern zu Gesicht bekommt. Im Grand Canyon Village ließen wir unseren Wagen stehen und setzen uns gleich mal in einen der Shuttle Busse der die Touristen zu den attraktivsten Aussichtspunkten im Park fährt. Bereits am dritten Aussichtspunkt haben wir den Bus wieder verlassen. Hier sind uns einige besonders schöne Aufnahmen des Grand Canyon gelungen, was auch daran lag, dass sich im Westen ein Gewitter zusammenbraute und eine schöne Stimmung erzeugte. Hier haben wir auch wieder Österreicher getroffen. Dank der glorreichen Idee von Sonja wanderten wir die ganze Strecke zum Grand Canyon Village zurück, wobei wir die Strecke ganz offensichtlich unterschätzt hatten, was sich durch Blasen an den Beinen begleitet von Schwächeanfällen bemerkbar machte. War aber trotzdem irgendwie schön. Wieder glücklich am Auto angekommen und mit Ansichtskarten versorgt, entschied der hohe Rat gleich noch bis Cameron weiterzufahren und nicht hier zu übernachten. Die Anstrengung des Rückmarsches hatte uns offensichtlich auch den bereits sich abzeichnenden Hunger wieder verschwinden lassen, doch auf der Fahrt nach Cameron meldete sich dieser mit Vehemenz zurück. Max formulierte dies am treffendsten als er meinte, er habe sich noch nie so streng an den Ramadan gehalten wie dieses Jahr. Dieser Ausspruch sollte die Tour prägen, die auch unter dem Namen "Ramadan Tours" in unseren Köpfen in Erinnerung bleibt. Glücklich und noch immer hungrig in Cameron angekommen, mussten wir enttäuscht feststellen, dass leider kein einziges Zimmer frei war. Man empfahl uns ein paar Meilen weiter Richtung Flagstaff zu fahren und es dort zu versuchen. Das taten wir dann auch. Obwohl es bereits gegen 9:00 Uhr abends war, hatten wir noch Hoffung etwas zu finden. Tatsächlich war dann auch noch ein Zimmer frei; schnell wurde das Gepäck eingeräumt und wir schleppten den entkräfteten Max ins benachbarte Restaurant, wo er dann an einem Riesensteak scheiterte - vermutlich war sein Magen durch die Entbehrungen bereits so verkleinert. Der Abend wurde nach schöner alter Tradition bei ein paar Buds beendet.

6. Tag: 24.7.1992 - Navajo Reservat - Canyon de Chelly
Heute sind wir erst um 8:30 Uhr aufgestanden (Arizona Time) nachdem wir gestern erst später ins Bett bekommen sind. Zum Frühstück gab es ein Pepsi aus dem Automaten. Die heutige Fahrtroute führte uns ersteinmal nach Tuba City, wo wir in einem Supermarkt unseren Proviant auffüllten (auf den Max ab sofort besonders achtete) und das billigste Frühstück der ganzen Reise bekamen. Ein großer Becher Kaffee (Marke Brennheiß) und zwei große Donuts um ganze 98 Cents - Sensationell. Tagesprogramm: Canyon de Chelly nahe des Ortes Chinle. Die Fahrt führt mitten durch das Navajo- und Hopi-Reservat. Wenn man so sieht, welche Landstriche den Indianern überlassen wurden, dann versteht man, warum die Leute verarmen müssen. Je näher wir der Stadt Chinle kamen umso mehr begann es zu regnen. Schließlich in Chinle angekommen, goss es dann wie aus Kübeln. Die Einfahrt in den Canyon de Chelly wurde uns daher verweigert, da die Straßen anscheinend unpassierbar waren. In einem nahegelegenen Motel scheiterten wir an dem Versuch ein Zimmer zu bekommen. Nach einer kurzen Beratung entschieden wir uns weiterzufahren, da auch für morgen keine Wetterbesserung in Aussicht stand. Die Fahrt ging somit weiter durchs Indianerland und wir machten schlussendlich Stopp in Kayenta, in der Nähe des Monument Valley. Leider war auch dort Motelkapazität knapp bemessen und so waren wir genötigt im teuersten Schuppen abzusteigen. Nach einem Besuch in einem ortsansässigen Kramerladen mussten wir entsetzt feststellen, dass es in den Indianerreservaten kein Bier zu kaufen gibt. Das einzige was wir ergatterten, waren Beer-Peanuts. Vorsichtshalber haben wir noch an diesem Abend für den nächsten Tag ein Motel der Marke "Feudal" in Page gebucht um nicht wieder unliebsame Erlebnisse mit der Motelsuche zu haben. Der Abend wurde mit den Beer-Peanuts verbracht.

7. Tag: 25.7.1992 - Monument Valley National Park - Page - Lake Powell
Erstmals wurden wir heute durch einen Radiowecker aus unseren Träumen gerissen. Körperhygiene und Einpacken waren schnell erledigt, ebenso das wiederum sehr günstige Frühstück in Bashas Bakery, dass dort für knapp eine Dollar zu haben war. Gestärkt ging's auf zum Monument Valley. Hat man sich mal durch den Corso von Indianerschmuckhändlern durchgearbeitet, muss man für den National Park extra Eintritt zahlen, da dieser den Navajo Indianern gehört und die extra Geld bekommen - es sei Ihnen gegönnt. Und los geht die Fahrt durch den Park, dessen Strassen nicht asphaltiert sind, sondern nur aus einer Art Schotterstraße bestehen. Die Szenerie wirkt wie in den alten Filmen mit John Wayne oder wie aus Thelma und Louise. Man muss einfach einmal hier gewesen sein um dies zu erfahren. Die Fahrt durch den Park geht nur sehr langsam vor sich, da man durch die unebenen Pisten an eine quasi Geschwindigkeitsbegrenzung im unteren Bereich des Tacho gezwungen ist zu halten. Viele Aussichtspunkte machen diesen Park zu einem wirklich sehenswerten Erlebnis. Zurück beim Ausgang frequentieren wir die Verkaufsstände der Eingeborenen und jeder erwarb zwecks Unterstützung der indianischen Lebensführung Schmuckgegenstände. Die Fahrt führte uns weiter nach Page am Lake Powell, unserem heutigen Tagesziel. Page ist eine kleine bis mittelgroße Stadt in der Nähe des Lake Powell, der seine Existenz dem Glen Canyon Staudamm verdankt. Es sieht sehr dramatisch aus, wenn inmitten roter Felsen das blau des Sees hervorkommt. In der Wahweap Lodge hatten wir bereits den Tag zuvor gebucht und nahmen nun unser Zimmer in Beschlag. Da der Nachmittag noch jung war, war gegen ein paar Stunden baden im Lake nichts einzuwenden und wir spazierten zum Strand. Etliche große Hausboote tummelten sich auf dem See - auch eine nette Art zu reisen. Das Wasser war angenehm war und die Felsen waren zu unserer Überraschung überhaupt nicht rutschig, sondern ausgesprochen griffig. Zurück im Motel entspannten wir uns noch etwas, bevor wir wieder nach Page fuhren um ein Abendessen einzunehmen. Wir besuchten eine Pizzeria, in der ich ganz schwer mit einer 14-inch-Pizza zu kämpfen hatte, doch ich behielt die Oberhand und bezwang das Ding mit der Unterstützung eines Pitcher Bieres. Es folgte eine Premiere: der Abend wurde nicht mit den bereits bekannten Buds verbracht, sondern eine Flasche Burgundy wurde entschärft und verhalf uns zu süßen Träumen.

8. Tag: 26.7.1992 - Zion National Park
Der heutige Tag beginnt etwas verspätet um 9:30 Uhr (anscheinend ist die Zeit des Jetlag vorbei). Nach dem üblichen Morgengetümmel beschäftigte uns die Frage, wohin wir uns an diesem Tage wenden sollten. Nach zähem Ringen entschied der hohe Rat nicht länger am Lake Powell zu bleiben, sondern weiter Richtung Zion National Park zu fahren. So geschehen setzen wir uns Richtung Zion National Park in Bewegung. In dem kleinen Örtchen Orderville fanden wir eine recht günstige Übernachtungsmöglichkeit, die sogar die Benützung des nachbarschaftlichen Pools beinhaltete. Nach dem Beziehen der Zimmer wurde dieser auch gleich einmal getestet und ein wenig relaxed. Gegen 3:00 Uhr fuhren wir dann zum Zion National Park, der uns vor allem durch seine Steinformationen und kilometerlangen Staus stark beeindruckte. Genau im längsten Tunnel im Park waren Strassenarbeiten angesagt und verursachten einen fast einstündigen Notaufenthalt unsererseits. Im Visitor Center machten wir uns mit den Sehenswürdigkeiten vertraut, die wir auf der Fahrt dahin noch nicht gesehen hatten und entschieden uns eine kleine Wanderung zu machen. Diese Idee hatten aber auch eine Menge anderer Parkbesucher und so glich der Wanderweg eher dem Gedränge auf einem Volksfest. Der Weg war übrigens sehr schön gelegen entlang eines kleinen Flusses und führt in den hinteren Talabschnitt eines Canyon. Am Ende steht man dann nur mehr vor dem Wasser, was aber nicht alle abhielt weiterzugehen. Nach der Rückkehr ins Motel wurde wieder Körperhygiene betrieben, jedoch nicht ohne vorher noch den Bud-Vorrat einer Grocery unweit des Motels zu plündern. Diniert wurde an diesem Abend im altehrwürdigen Thunderbild-Restaurant, das sich von seiner besten Seite präsentierte. Der Rest des Abends verlief dann wie gewohnt - auf die paar Buds kommt es auch nicht mehr an.

9. Tag: 27.7.1992 - Bryce Canyon National Park - Salt Lake City
Die Nacht war unruhig und wir konnten erst richtig schlafen, nachdem Bernhard ein paar Autodiebe in die Flucht geschlagen hat. Recht zeitig kamen wir daher aus den Federn und bereiteten uns auf den heutigen Tag vor. Die Parole des Tages: auf zum Bryce Canyon. Von Orderville aus ist es nicht mehr allzu weit um zum Bryce Canyon zu kommen. Man durchfährt zuerst den Red Canyon, der auch schon sehr nett aussieht und kommt schließlich zum Eingang des Bryce Canyon. Gleich beim ersten Aussichtspunkt machten wir halt. Ich glaube, dass ich nicht übertreibe wenn ich sage, an einem der beeindruckensten Punkte der ganzen Tour angekommen zu sein. Er führte immerhin dazu, dass ich bereits meinen dritten Film in die Videokamera einlegen musste. Wir machten eine kleine Wanderung am Hopi Trail und besonders am Weg wieder zum Aussichtspunkt merkt man, dass man sich doch in recht großer Höhe befindet, wenn einem schnell die Luft ausgeht. Wir fuhren weiter in den Park hinein. Besonders sehenswert ist auch der schöne Feldbogen am Ponderosa View. Grundsätzlich kann man sicher hier einige Tage wandernd verbringen, doch danach stand uns nicht der Sinn - wir hatten am Nachmittag noch besseres vor. Wir wollten nämlich noch bis Salt Lake City kommen und dazu mussten wir noch ein paar Stunden ins Auto. Die Fahrt nach SLC war angenehm, da die Autobahn hier nicht allzu viel Verkehr führt, erst in der Nähe von SLC wurde er spürbar mehr. SLC erreichten wir so etwa gegen 16:00 Uhr und bezogen dann gleich ein Motel mit sehr moderaten Preisen jedoch sehr schönen Zimmern. Nach einem Pool-Besuch und dem duschen fuhren wir downtown zwecks Besichtigung der Sights. First on the list: Tabernakel Square mit der schönen weißen Mormonenkathedrale (leider nicht zugänglich) und den anderen Nebengebäuden. Gleich gegenüber (südlicher Ausgang) befindet sich ein Shopping Center in bester Innenstadtlage. Dort wurde noch etwas dazu beigetragen, dass die Wirtschaft stabil bleibt und die Konjunktur so richtig läuft. Wir fuhren wieder zurück zum Hotel. Abends gab es Fast Food und die Olympischen Spiele im Abendprogramm.

10. Tag: 28.7.1992 - SLC - Wyoming
Tagwache war um die gleiche Zeit wie gestern. Der restliche Morgen war geprägt von verzweifelten Versuchen nach Hause zu telefonieren, wobei diese Probleme schlussendlich vom AT&T-Operator zufriedenstellend gelöst wurden. Nach einem herrlichen Frühstück im Hotelrestaurant, dass übrigens gar nicht teuer war fuhren wir los Richtung Yellowstone National Park bzw. Teton National Park. Nach einem Tankstopp am Highway es die 189er rauf bis Big Piney, wo wir ausgiebig zu Mittag gegessen haben. Der dort konsumierte Chili-Burger war allerdings meiner Verdauung nicht sehr zuträglich. Die Fahrt war sehr interessant und v.a. wurde uns klar, dass wir im dünn besiedelten Wyoming waren - ganze zwei Stunden sahen wir nicht ein Auto. Gegen 15:00 Uhr erreichten wir Jackson und fatalerweise wurde beschlossen, weiter gleich bis Yellowstone zu fahren. Am Eingang zum Yellowstone Ntl. Park packte uns dann das blanke Entsetzen, als wir auf einem Hinweisschild lesen mussten, dass bereits alle Rooms full waren. Also nichts wie zurück nach Jackson - von Panik getrieben rasten wir zurück nach Jackson und tatsächlich war überall zu lesen - "no vacancy". Dieser Hinweis brachte uns fast zur Verzweiflung bis wir uns entschlossen noch etwas weiter in die Pampa zu fahren um dort nach Unterkunftsmöglichkeiten zu suchen. Gesagt, getan fuhren wir zurück nachdem man uns in einem Hotel gesagt hat, dass Richtung Pinedale noch etwas frei sein sollte. Nichts wie hin. In Bounderant schliesslich (etwa eine halbe Autostunden von Jackson entfernt) bezogen wir Quartier in einem Chalet, dass ein älterer Herr dort vermietete. Die Chalets waren richtig urig, alles aus Holz, ziemlich klein aber witzig. Besonders rustikal fand ich, dass wenn man auf der Toilette saß, die Füße in der Dusche waren. Zu Essen bekamen wir etwas in der örtlichen Tankstelle, die neben der Treibstoffversorgung auch noch einen Gemischtwarenhandel, Waffen- und Fischereihandel und ein ausgezeichnetes Restaurant beinhaltete. Dort bekochte uns höchstpersönlich die Tochter des Hauses. Im Restaurant lernten wir auch den Besitzer der gegenüber befindlichen Bar kennen, der dann noch extra für uns seinen Saloon aufsperrte und uns noch kühle Coors servierte. Müde aber erleichtert doch noch ein Quartier gefunden zu haben, gingen wir dann zu Bett.

11. Tag: 29.7.1992 - Yellowstone National Park
Der Tag begann sehr ungewöhnlich; erstens wurden wir nicht durch einen Wecker geweckt sondern durch das Gebrüll des Stieres von nebenan; zweitens hatte es in der Hochebene von Wyoming gefroren, dass wir unser Auto abkratzen mussten und wir unsere wärmsten Sachen aus dem Reisegepäck heraussuchten. Max hatte beim Aufstehen die gleichen Startschwierigkeiten wie unser Auto - beide waren ziemlich erfroren. Nach einem guten Frühstück in der bereits bekannten Lebensmittel-Restaurant-Tankstelle fuhren wir die uns bereits bestens bekannte Strecke zum Yellowstone National Park, den wir auch etwa gegen 10:00 Uhr erreichten. Gleich am Anfang stand Old Faithful auf dem Programm, der seinem Namen voll gerecht wurde. Nach einem Snack im Visitor Center fuhren wir dann zum Yellowstone Lake und von da an weiter zum Grand Canyon Village. Auf dem Weg dahin gerieten wir in einen Stau dessen Grund wir erst 10 Minuten später erfahren sollten. Ein Bison hatte sich nämlich ausgerechnet die Straße ausgesucht für eine kleine Wanderung und nun folgte der ganze Autokorso diesem Tier. Der Stau löste sich auch nicht auf, als der Bison dann doch endlich die Straße verlassen hatte, denn dann musste ja jeder Wagen ordentlich fotografieren und filmen. Nach einem Stopp bei diversen Wasserfällen am Grand Canyon of Yellowstone und einigen stinkenden Schlammlöchern verliessen wir gegen abend den Park, wo wir unser Motel suchten, dass wir bereits am Vortag gebucht hatten. Nach einem kräftigen "All you can eat" in West Yellowstone gerieten Max und ich noch in eine Bar, die wirklich sehr amerikanisch war. Wir trafen dort keinen einzigen Touristen, dafür umso mehr Trucker und Waldarbeiter. Sensationell waren die Preise für Whiskey und so zogen wir uns mehrere Jack Daniels rein, damit auch die Verdauung nach dem üppigen Mahl nicht zu leiden hatte. Strozzis Bar war ein voller Erfolg und ebenso voll gingen wir dannzu Bett - wir haben sehr gut geschlafen.

12. Tag: 30.7.1992 - Yellowstone National Park
Nach zeitigem und frostigem Aufstehen in West Yellowstone wurde die am Vortag geortete Bakery gestürmt und niedergekauft. Der morgendliche Kaffee vertrieb dabei die vom Vortag übriggebliebenen Kopfschmerzen. Nach dem gediegenen Frühstück war die zweite Runde im Yellowstone National Park im Visir und diese begann auch gleich mit wunderbaren Aufnahmen einer Bisonherde und kurz darauf einer Hirschdamenherde. Erster Punkt der Besichtigung: die Sinterterrassen, die sich sehr malerisch in allen Regenbogenfarben über einen Hang hin ziehen. Leider wird in den letzten Jahren das Wasser immer weniger, sodass nur mehr ansatzweise die einstige Pracht nachzuvollziehen ist. Zweiter Punkt: Tower Falls - gewaltige Wasserfälle, zu denen man fast auf Tuchfühlung herankommt. Somit war der Vormittag auch schon wieder herum und wir suchten uns einen netten Picknickplatz um unser Mittagessen einzunehmen. Die dort bereits anwesenden amerikanischen Staatsbürger erheiterten uns sehr mit ihren riesigen Freßcontainern. Nach erledigter leiblicher Labung waren alle startklar und mental bereit die lange Tour Richtung San Franzisko in Angriff zu nehmen, die uns die nächsten Tage beschäftigen sollte. Nach dem letzten Tankstopp in West Yellowstone ging es los über die Highways von Idaho bis tief in den Süden dieses Bundesstaates. Erst in dem kleinen Ort Malad machten wir Halt für die Nacht. Das ausgesuchte Motel war wieder sehr günstig - der Zimmerpreis: $ 44,94. Auf der Suche nach einem Restaurant durchstreiften wir den kleinen Ort. Nach Befragung eines Einheimischen wurden wir aufgeklärt, dass die einzige Speisemöglichkeit in der benachbarten Tankstelle war. Diese besuchten wir dann auch und haben zu unserer Überraschung dort wirklich gut gegessen. Eine Dame mittleren Alters, die offensichtlich über die Fremdsprache verwundert war, fragte uns noch: "What the hell are you doing in Malad City?". Der weitere Abend wurde wie gewohnt verbracht - TV and beer.

13. Tag: 31.7.1992 - Nevada - Reno
Das Tageslicht erblickten wir um 7:00 Uhr in Form von Max'ens Aufruf, doch endlich aufzustehen. Das folgende Frühstück überstieg bei den meisten die Magenkapazität um mehr als die Hälfte. Mehrere Anläufe waren dann auch wieder nötig, um sich auf ein Hotel in San Franzisko zu einigen. Der Konsens wurde schließlich erreicht und so stand dem "long way west" nichts mehr im Wege. Das Hotelzimmer wurde aus Gründen der Vorsicht schon hier gebucht, damit wir nicht lange suchen mussten und auch sicher eine Unterkunft downtown bekamen. Nach einem "muss-mal"-Stopp in Montello hatten wir noch einen Film-Stopp kurz nachher, als wir ein paar Pronghorns (amerik. Gabelböcke) filmen konnten. Endlich am Freeway ging es dann Richtung Reno. Besonders lustig fanden wir die Hinweisschilder, dass keine Autostopper mitgenommen werden durften, da es sich um entflohene Sträflinge handeln konnte. Tatsächlich sahen wir zwar keine Autostopper, dafür aber einige wehrhafte Gefängnisanlagen.
In Elko wurde heftig mittaggegessen in unserem ersten McDonalds-Restaurant; ich muß zugeben, es war gar nicht so schlecht; schlecht war nur Sonja, aber auch nicht vom Essen, sondern von der Luft im Lokal. Weiter ging's Richtung Reno - Fahrerwechsel nach abermaliger Notdurftverrichtung bei Lovelock. Der Nachmittag war von keinen weiteren Höhepunkten mehr geprägt, abgesehen vom Einchecken in Reno im Victorianl Motel, dess Einchecker's Bruder eine Österreicherin geheiratet hat. Er empfing uns wie alte Freunde. Wiederum war es uns gelungen einen "All-you-can-eat" aufzutreiben um unser Abendessen zu bestreiten. Dabei hat Sonja die Höchstleistung von zwei Riesenkartoffeln (Größe in etwa eines Fußballs) geschafft (von den Steaks reden wir gar nicht). Vollgestopft bis oben verließen wir die Stätte des Mahles um ins Bett zu fallen.

14. Tag: 1.8.1992 - Sonoma Valley
Nach einer eher unruhigen Nacht (wahrscheinlich wieder einmal zuviel gegessen) stand ich wieder zeitig auf, den heute stand die Wegstrecke zum Pazifik auf dem Tagesplan. Nach einem guten Brunch ging die Reise auch schon los. Wir passierten die Grenze zu Californien und stellten fest, dass es hier wirklich eine Grenze gibt. Allerdings wird man hier v.a. auf mitgeführtes Obst gefilzt - die Californier haben große Angst vor eingeschleppten Krankheiten, selbst aus den anderen Bundesstaaten. Vorbei an Sacramento (der eigentlichen Hauptstadt Californiens), rauf nach Sonoma und weiter bis Guerneville. Dort begann abermals eine Tour der verzweifelten Herbergssuche. Diese endete schließlich im Sherwood Forest Resort, dass uns besonders warm aufnahm und uns mit einem dezenten "Hi Guys" den Tag erwärmte. Tatsächlich war dieses Motel eine 1-A-Schwulenabsteige, bei der aber auch freundlicherweise Heteros aufgenommen wurden.
Nach dem Zimmerbezug wollten wir dann auch gleich Abkühlung finden im Pazifik; doch je mehr wir uns dem Meer näherten, umso nebeliger wurde es. Schließlich am Ozean angekommen, war es dann so nebelig, dass an baden nicht einmal annähernd zu denken war. Nach einem kurzen Strandspaziergang fuhren wir wieder zurück in unser Resort. Nach einem Sprung in den Pool und einem Drink an der Bar wurde die Körperhygiene nicht vernachlässigt und alle bereiteten sich auf das Abendessen vor. Die Bevorzugung der italienischen Küche wurde auch diesesmal wieder augenscheinlich. Doch uns erwartete noch eine weitere touristische Attraktion, nämlich ein zünftiger Besuch in einem Biergarten von "Little Bavaria" gleich neben unserer Heimstätte. Der Abend war schnell vorbei und so legten wir uns zeitig schlafen.

15. Tag: 2.8.1992 - San Francisco
Der Morgen war wie jeder Morgen und ebenso das Frühstück. Besonders nett empfanden wir allerdings die Morgengabe des Motels - eine kleine Schachtel mit drei Stück Pralinen - für jeden Burschen eines - Sonja bekam nichts. Das Tanken vor der Abfahrt dauerte diesmal ungewöhnlich lange, was daran lag, dass unser Pontiac 17 Gallonen schluckte. Nach dem Obsteinkauf verließen wir Guerneville mit dem Tagesziel San Francisco - alle waren wir schon sehr aufgeregt. Wir erreichten San Francisco über die teilweise lebensgefährliche Route 1. Die Fahrt war sehr nebelig und obendrein waren jede Menge Radfahrer unterwegs die man erst im letzen Moment sah. Wir zweigten nach geraumer Zeit auf die 101 ab und sollten auf diese Weise schnell nach SF kommen, dachten wir - wo wir allerdings hinkamen war erstmal ein riesiger Stau. Irgendwann erreichten wir doch die Golden Gate Bridge. Ein toller Beginn um nach San Francisco zu gelangen. Bei einem Aussichtspunkt machten wir erstmal Halt um die Szenerie zu geniessen. Beim Filmen hätte ich aber am liebsten den Titel "Vom Winde verweht" vergeben, denn eine schwere Brise hatte es offensichtlich auf uns abgesehen. Die Fahrt ging also weiter über die Golden Gate Bridge, wo uns am Ende die Mautstelle erwartete und wir $ 3 löhnen mussten. Die Fahrt zum Hotel war dann nicht mehr sehr schwierig, dank der perfekten Ansage von Sonja. Leider waren wir zu früh da und konnten noch nicht einziehen. Der Nachmittag wurde mit Sightseeing verbracht. Punkt eins: Lombard Street - natürlich sind wir auch wie alle anderen mit dem Auto runtergefahren und haben dann noch ein paar Aufnahmen gemacht. Punkt zwei: Telegraph Hill - hier steht dieser lustige Turm der ausschaut wie die Spritze eines Feuerwehrschlauchs - das ist er auch tatsächlich, denn zu Ehren der Feuerwehrmänner wurde er erbaut. Von oben kann man tolle Aufnahmen von SF machen, allerdings reicht auch zumeist wenn man nur auf den Hügel fährt. Der zweite Versuch ins Hotel zu gelangen war erfolgreich und nach gelungenen Einzug entspannten wir uns noch ein wenig, bevor es abends auf die Piste ging. Wir besuchten das vom Hotel empfohlene Restaurant, das wirklich ausgezeichnet war, und besuchten anschließend die Comedy Show von Jeff Garlin, die wir dank der Freikarten des Hotels besuchen konnten. Vergnüglich endete somit auch dieser Abend.

16. Tag: 3.8.1992 - San Francisco
Heute war ich als erster aufgestanden, daher war ich auch der erste beim Frühstück. Auf unserer To-Do-Liste fanden sich heute die klassischen Touristensights in San Francisco. Die Endstation der Cable Car befand sich glücklicherweise unweit des Hotels und da wir schon so früh auf den Sohlen waren, waren wir auch bei den ersten die mit der Cable Car Richtung Fisherman's Wharf fuhren. Die Fahrt mit den alten Cable Cars ist sehr lustig und eine Fahrt mit dieser Straßenbahn sollte auf keinem Stadtbesichtigungsplan fehlen. Die ganze Fahrt kostete übrigens $ 3, was für die eigentlich kurze Strecke doch recht ordentlich ist. Am Fisherman's Wharf angekommen liefen wir erstmal das ganze Areal ab um uns einen Überblick zu verschaffen. Charakterisieren könnte man den Fisherman's Wharf als ein eigens für Touristen adaptiertes Gebiet, wo sich Geschäft an Geschäft, Restaurant an Restaurant, Souvenirladen an Souvenirladen reiht. Sehenswert ist mit Sicherheit die Seelöwenkolonie direkt am Pier, die ein riesiges Gebrüll veranstalten und faul auf den Anlegestellen herumliegen und auf Futter warten. So verging der Vormittag.
Nachmittags wurde das Financial District erforscht, wobei wir aus Sonja's Reiseführer entnehmen konnten, dass es irgendwo einen Platz samt Brunnen gibt, wo sich in der Mittagszeit immer die Business people sonnen. Den Platz samt Brunnen haben wir zwar gefunden, allerdings waren weder beautiful business people zu finden noch befand sich Wasser im Brunnen. Wir machten trotzdem eine kleine Pause und beobachteten die Skater, die hier ihre Kunststücke trainierten. Der Nachhauseweg wurde über die Market Street gemacht, was sich etwas hinzog, da es hier viele Geschäfte gibt, die zum Shopping einladen. Wieder im Hotel angekommen ruhten wir ein wenig um abends wieder fit zu sein. Zum Abendessen fiel die Entscheidung zur Überraschung aller auf "italienisch" und nachdem der Abendessmarathon zum Italienerviertel abgeschlossen war, speissten wir gar nicht so schlecht. Beim Nachhauseweg durchstreiften wir auch das Chinesenviertel und einen Liquor-Shop, wo wir auch noch ein paar Coors ergatterten um den Abend zu verschönern. Mit TV ging der Abend zu Ende.

17. Tag: 4.8.1992 - San Francisco
Der Morgen küsste uns heute erst um 8:00 Uhr, dafür mit umso kräftigeren Sonnenstrahlen. Nach dem Breakfast führten unsere Wege direkt in das San Francisco Shopping Center, wo ziemlich viele Geschäfte abgegrast wurden und ich wieder vier Videokassetten kaufen konnte. Weiters erstand ich noch einen Sweater und eine kurze gestreifte Hose. Die Suche nach Souvenirs ging weiter und die Meilen im Shopping Center waren ungezählt. Erschöpft labten wir uns schließlich in einem Fast-Food-Restaurant nach den schweren Strapazen der Shopping-Expedition. Alsdann fanden wir wieder den Weg zurück ins Hotel. Um ein Uhr ließen wir dann unsere Kutsche vorfahren und unsere Pfade führten uns wieder einmal zur Golden Gate Bridge, die heute in nebellosem Glanze erstrahlte. Nach ausgiebigen Film- und Fotoapparatbeanspruchungen mussten Max und ich unbedingt die Herausforderung der Golden Gate Bridge annehmen und sie zu Fuß bezwingen. Nach geglückter Überquerung der Golden Gate Bridge wurde von uns auch noch der gleichnamige Park heimgesucht. Etwas weiter im Süden der Stadt besichtigten wir auch noch den Botanischen Garten, der sich in einem sehr hübschen Gebäude befindet. Wieder zurück im Hotel wurden die Hygienerituale vollführt und dann war es auch schon wieder Essenszeit. Uncle Vito's Restaurant bewirtete uns auf das vorzüglichste. Eine rudimentäre Bar-Tour, die nur in einem Jack Daniels endete, beendete auch diesen Tag.

18. Tag: 5.8.1992 - San Francisco - Monterey
Heute war wieder sehr früh Tagwache, denn heute ging es wieder raus aus San Francisco und weiter nach Monterey. Nach leichten Problemen bei den Buchungsbestätigungen durch die Hotels war aber dann doch alles in Butter und wir konnten losfahren. Natürlich musste ich wieder in San Francisco fahren, da ich dafür anscheinend durch meine Fahrweise prädestiniert war - fanden zumindest die restlichen Reiseteilnehmer. Wie froh waren wir als wir dann nach ca. 2 stündiger Fahrt aus dem obligaten Nebel kamen und schließlich im schönsten Sonnenschein fahren konnten. Die Stimmung wurde aber ebenso schnell wieder frostig als wir schlußendlich wieder in die Nebelbänke einfuhren - aus war es wieder mit Sonnenschein. Nach längerer Suche fanden wir endlich unser Motel; sobald wir ein- und umgezogen waren, durchmaßen Max und ich bereits des angefügten Pool und Sonja und Bernhard die Einkaufszentren von Monterey. Dick beladen mit Fressalien kamen sie zurück und nach der Körperhygiene fielen wir darüber her wie die Barbaren. Mit vollgestopften Bäuchen gingen wir dann doch nicht laufen (wie ursprünglich beabsichtigt) sondern zu Bett um fern zu sehen, damit das Fett auch eine Chance hat sich am Bauch anzusetzen. Nach dem ausgiebigem Abendprogramm drehten wir uns in die Federn.

19. Tag: 6.8.1992 - Carmel - Big Sur
Unschönes Wetter empfing uns auch am Morgen dieses Tages und so wahr wohl an baden im Meer wieder nicht zu denken. Doch das sollte unserem Hunger keinen Abbruch tun und deshalb wurde mal sehr ausgiebig gefrühstückt. Wir trafen im Restaurant wieder das gleiche amerikanische Pärchen vom Vortag, die uns bewiesen, wie oberflächlich die Amerikaner sind. Denn genau die gleichen Sachen wurden wir gefragt, die sie uns auch bereits am Vortag gefragt hatten. Ich hoffe sie haben sich wenigstens erinnert, dass sie uns am Vortag schon gesehen hatten. Nach dem Auszug führten unsere Pfade ins Shopping Center, wo wir zwei Stunden herumirrten und dann doch nichts kauften - irgendwie kam keine so rechte Shopping Lust auf, außerdem hatte sich eigentlich schon jeder in San Francisco voll eingedeckt. Schließlich führten unsere Wege bzw. Autospuren nach Carmel, wo eine intensive Strandinspektion stattfand. Der Strand von Carmel ist meiner Meinung nach einer der schönsten an der Westküste. Weiter ging es dann nach Big Sur, wo wir uns für die Nacht einquartierten und zu Mittag aßen und zwar die Reste des vortätigen Gelages. Nichts wie auf zum Strand lautete die Parole des Tages, solange uns das Wetter so halbwegs hold ist. Nach mittlerer Fahrzeit erreichten wir unversehrt den wunderbar windigen und welligen Strand und mich hielt nichts mehr ab vom Pazifik. Das Wasser war zwar ein bisserl kalt aber die wunderbaren Wellen entschädigten für die Kühle. Endlich konnten wir mal so total ausspannen und alles von uns strecken. Gegen halb fünf verließen wir den Strand um uns auf den Heimweg zu machen. Nach dem Duschen gelangten wir ins benachbarte Restaurant, wo mexikanisch gespeist wurde. In der Grocery erstanden wir gegen Bares noch einen 12er-Pack Coors, der uns den Abend versüßte.

20. Tag: 7.8.1992 - San Luis Obispo
Nach einer heißen Nacht aufgrund des Sonnenbrandes vom Vortag und einem durchaus gelungenen Frühstück sollte es weitergehen nach Pismo Beach. Vorher aber scheiterte Sonja auf dem Weg vom Frühstück zurück noch an der Appartementtür, die sie irgendwie überhaupt nicht öffnen konnte. Nach dem Einpacken unserer Habseligkeiten, waren wir wieder "back on the road". Nach nicht allzu langer Fahrt erreichten wir San Luis Obispo, wo wir überraschenderweise auch gleich unser Motel gefunden haben. Leider waren wir zu früh und daher die Zimmer noch nicht bezugsfertig. Unverrichteter Dinge zogen wir wieder von dannen, was uns wieder einmal in das nächstgelegene Restaurant führte, wo wir unser Mittagessen konsumierten. Es folgte noch ein Besuch im angrenzenden Shopping Centre, wo wir alle unsere Konsumwünsche befriedigen konnten - sprich 12er-Pack-Miller. Wieder zurück im Motel konnten wir nun unsere Suite beziehen und uns auf einen entspannenden Nachmittag vorbereiten. Der Nachmittag gehörte dann dem Pool, Sonne, Geplantsche, Gelächter und Fun. Was mich betrifft, so gehörte der Großteil des Nachmittags jedoch dem WC, da mich die Rache des Montezuma eingeholt hatte. Das Abendessen wurde wie schon so oft durch selbst eingekauftes bestritten und nach zwei Stunden fernsehen wurden die Uno-Karten ausgepackt und der Rest des Abends gezockt.

21. Tag: 8.8.1992 - Ventura
Unser Mensch gewordener Wecker Max ging zwar fünf Minuten nach, ist aber sonst zuverlässig wach geworden. Zum Frühstück ging es in eine Bakery in San Luis Obispo, wo wieder einmal kräftig eingeschnitten wurde. Schon konnte es losgehen - heutige Tagesetappe - Ventura. Dort angekommen checkten wir gleich mal beim falschen Motel ein, wurden dort aber sehr höflich auf den Irrtum hingewiesen und zur anderen Adresse geschickt. Dort hinterliessen wir zwar hoffentlich keinen schlechten Eindruck, dafür aber unser Gepäck. Lunch gab es bei McDonald's. Den ganzen Nachmittag über lagen wir am Strand und dort genoß ich v.a. die Super Wellen und die letzten Meeresprisen des Pazifiks in vollen Zügen. Gegen Abend trafen wir dann wieder im Motel ein und frequentieren dort noch den Swimming Pool um den überschüssigen Sand loszuwerden. Es folgte die Körperhygiene und wir wurden Augenzeuge, wie das amerikanische Basketball-Dreamteam Olympiasieger wurde. Das Abendessen wurde bei Sizzler unvermutet zu einem "All-you-can-eat-Dinner". Magenmäßig schwer überfüllt verließen wir die Lokalität um die Nacht in unserem Motel zu verbringen.

22. Tag: 9.8.1992 - Abflug Los Angeles
Heute konnten wir nochmals etwas länger schlafen, da wir erst so gegen Mittag in L.A. sein mussten. Frühstücken fuhren wir zu einem Donuts-Laden, wo wir uns labten. Bei Santa Monica verließen wir den Highway 1 und bogen ab auf den Sunset Boulevard, da wir die Absicht hatten, die Sterne auf dem Walk of Fame zu filmen - daraus wurde aber leider nichts - dafür kamen wir noch zu den epochemachenden Aufnahmen am Stand von Venice Beach. Einer der Baywatcher, die wir filmten hat sogar am Vortag jemanden das Leben gerettet. Ein richtiger Lifeguard also gab uns das letzte Interview. Die Auto-Rückgabe war keine große Hexerei mehr und auch am Flughafen lief alles verdächtig gut ab - hoffentlich kommt da nicht noch was. Nachdem ich auch den Duty-free ohne größere Schäden an meiner Geldbörse überstanden hatte, außer dass ich nach Parfum stank, warteten wir auf den Abflug. Der Flug selbst verlief unkompliziert, obwohl das Flugzeug bis an den Rand ausgefüllt war.

© Rudi Gruber 2002